Regional und saisonal einkaufen: mehr Geschmack, weniger CO₂
Regional und saisonal einkaufen: mehr Geschmack, weniger CO₂
Saisonal und regional einkaufen ist einer der einfachsten Hebel für nachhaltige Ernährung. Es schont das Klima, stärkt lokale Betriebe und bringt messbar mehr Frische und Aroma auf den Teller.
Warum regional und saisonal die beste Kombination ist
- Frischer und aromatischer: Reif geerntete Produkte aus der Nähe schmecken intensiver.
- Weniger Rückstände: Heimische Ware ist oft geringer mit Pflanzenschutzmitteln belastet als Importprodukte.
- Klimaschutz: Kurze Transportwege senken CO₂- und Energieverbrauch deutlich.
- Freiland statt Heizung: Freilandgemüse verursacht weit weniger Treibhausgase als Ware aus beheizten Gewächshäusern.
- Vielfalt das ganze Jahr: Saisonales Einkaufen sorgt automatisch für kulinarische Abwechslung.
- Lokale Wertschöpfung: Regionale Einkäufe stützen Landwirtschaft und Arbeitsplätze vor Ort.
Saisonalität richtig verstehen
„Saisonal“ bedeutet: Lebensmittel wachsen zur natürlichen Erntezeit im Freiland oder im geschützten Anbau (z. B. unter Vlies, unbeheiztes Gewächshaus) – ohne energieintensive Beheizung. Was im Winter nicht draußen wächst, benötigt häufig viel Energie, um verfügbar zu sein. Die nachhaltigste Wahl bleibt daher: regional UND zur passenden Jahreszeit.
Anbauweisen im Überblick – und ihre Klimawirkung
Freilandanbau
- Natürlichste Form des Anbaus, mit der niedrigsten Emissionsbilanz.
- Ideal, sobald Witterung und Kultur es zulassen.
Geschützter Anbau
- Verlängert die Saison durch Vlies/Folie oder unbeheizte Gewächshäuser.
- Gute Option, solange keine zusätzliche Energie (Heizung/Beleuchtung) eingesetzt wird.
Beheizte Gewächshäuser
- Energieintensiv; höhere Emissionen pro Kilogramm Ernte.
- Für nachhaltigen Einkauf möglichst meiden – besonders in den Wintermonaten.
Lagerware
- Saisonale Ernte, die kühl gelagert wird und so verfügbar bleibt.
- Im Winter sinnvoll: z. B. Lagergemüse wie Kürbis oder Möhren.
So planst du deinen Einkauf mit dem Saisonkalender
- Frühling bis Herbst: Bevorzuge frische Freilandware aus der Region, wenn sie Saison hat.
- Sommer/Herbst: Greife gezielt zu heimischen Produkten – vermeide überflüssige Importe trotz regionaler Fülle.
- Winter: Nutze robuste, heimische Winterkulturen (z. B. Feldsalat, Lauch) sowie Lagerware (Kürbis, Möhren).
- Immer: Bevorzuge Erzeugnisse mit klarer Herkunftsangabe und stelle Rückfragen auf dem Wochenmarkt.
Zero Waste und Vorratshaltung – einfach umgesetzt
- Einkauf planen: Liste schreiben, Mengen realistisch kalkulieren, Spontankäufe reduzieren.
- Regional wählen: Kürzere Wege bedeuten oft längere Frische daheim – weniger Verderb, weniger Abfall.
- Lagerware nutzen: Produkte wie Kürbis oder Möhren sind lagerfähig und flexibel einsetzbar.
- Abwechslung einbauen: Der Saisonkalender sorgt automatisch für variierende Auswahl und verhindert Überkauf.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Importware im Sommer kaufen: Obwohl regional viel reift, landen oft weit gereiste Produkte im Korb. Lösung: Bei Sorten mit heimischer Saison zur regionalen Alternative greifen.
- „Saison“ mit Heizung verwechseln: Tomaten im Winter stammen oft aus beheizten Gewächshäusern. Lösung: Wintergemüse und Lagerware priorisieren.
- Vielfalt unterschätzen: Selbst kalte Monate bieten Optionen wie Feldsalat oder Lauch. Lösung: Saisonkalender checken und Neues ausprobieren.
Fazit: Nachhaltig genießen beginnt beim Einkauf
Wer regional und zur passenden Jahreszeit einkauft, erhält bessere Qualität, senkt den ökologischen Fußabdruck und stärkt Betriebe vor Ort. Mit einem Saisonkalender behältst du ganzjährig den Überblick – und machst nachhaltige Ernährung alltagstauglich.
Quellenangaben: Verbraucherzentrale.de, liebstoeckl.eu, UnkrautLiebe | Wildkräuter-Führungen, NDR.de, Compo, AOK, Ausgebüxt, YouTube · SelfBio
