Zero Waste Einkauf im Unverpacktladen: So einfach geht’s
Zero Waste Einkauf im Unverpacktladen: So einfach geht’s
Unverpackt einkaufen ist leichter als gedacht: Behälter wiegen, befüllen, bezahlen – fertig. Und falls du spontan vorbeischaust: In vielen Läden gibt es einen Korb mit Gratis-Gläsern als Notfallhilfe. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie dein plastikfreier Einkauf reibungslos läuft und wie du zu Hause richtig lagerst.
Warum unverpackt? Vorteile auf einen Blick
- Du kaufst genau die Menge, die du wirklich brauchst – Lebensmittelverschwendung sinkt.
- Kein Einwegplastik – du reduzierst Abfall sofort.
- Regional und saisonal einkaufen fällt leichter, weil viele Unverpacktläden mit lokalen Betrieben arbeiten.
- Mehr Transparenz: Du siehst, was du kaufst, und kannst neue Sorten in kleinen Mengen testen.
Vorbereitung: Behälter, Planung, Liste
- Behältermix: Schraubgläser (Mehl, Reis, Linsen), Dosen (Nüsse, Snacks), kleine Gläser (Gewürze), Flaschen (Öl, Essig), Beutel/Netze (Brot, Obst, Gemüse).
- Reinigung: Gläser trocken, sauber und geruchsneutral; Deckel prüfen.
- Einkaufsplanung: Gericht(e) der Woche, Mahlzeiten pro Person, Vorräte checken. Menge grob kalkulieren (z. B. 60–80 g Reis pro Person).
- Notfall-Lösung: Wenn du zu wenig dabei hast, nutze die Gratis-Gläser im Laden.
Im Laden: Schritt für Schritt
1) Behälter wiegen (Tara)
- Vor dem Befüllen wird das Leergewicht notiert oder etikettiert. So zahlst du nur den Inhalt.
2) Abfüllen
- Wunschmenge einfüllen; sauber arbeiten, Trichter nutzen; Produkte getrennt halten.
- Tipp: Für Neues erst kleine Mengen testen.
3) Bezahlen
- An der Kasse wird das Füllgewicht minus Tara berechnet – fair und transparent.
Was eignet sich besonders für den Anfang?
- Trockenes: Haferflocken, Reis, Nudeln, Couscous, Hülsenfrüchte, Mehl, Zucker, Salz.
- Geschmack: Nüsse, Kerne, Trockenfrüchte, Gewürze, Tee/Kaffee.
- Hygieneartikel/Haushalt (je nach Laden): Seifen, Tabs, Wasch-/Spülmittel zum Nachfüllen.
- Frisches: Brot, saisonales Obst und Gemüse (oft regional).
Mengen clever planen (Meal Prep & Batch Cooking)
- Basis doppelt kochen: Getreide (Reis, Bulgur) für 2–3 Tage – portionieren.
- Hülsenfrüchte vorplanen: Linsen/Kichererbsen für Eintopf, Salat und Bowl.
- Saucen & Dips in Gläser: Hummus, Tomatensauce – gut verschlossen im Kühlschrank lagern.
- Flexible Bausteine: Ofengemüse + Körner + Protein (Bohnen/Tofu) – beliebig kombinieren.
Saisonaler und regionaler Zero-Waste-Einkauf
- Vor Ort nach Saison-Listen fragen; kaufe, was gerade Erntezeit hat.
- Regional bevorzugen: kürzere Wege, frischer Geschmack, geringere Klimawirkung.
- Tipp: Saisonale Überschüsse einwecken oder einfrieren.
Hygiene und Etikette
- Nur saubere, trockene Behälter nutzen.
- Schaufeln/Trichter so verwenden, wie ausgeschildert (keine Kreuzkontamination).
- Etiketten mit Produktname und Kaufdatum helfen, den Überblick zu behalten.
Zu Hause: Richtig lagern (Kühlschrank/Speisekammer)
- Speisekammer: Trocken, dunkel, luftdicht. Ideal für Mehl, Hülsenfrüchte, Nudeln, Nüsse.
- Kühlschrank: Geöffnete, empfindliche Produkte gut verschließen; Tür nicht lange offen halten.
- FIFO-Prinzip: Neu nach hinten, Alt nach vorne. Ältere Bestände zuerst verbrauchen.
- Beschriften: Produkt + Kauf- oder Abfülldatum, optional Mindesthaltbarkeit.
- Sinnescheck anwenden: Sehen, riechen, vorsichtig probieren (insbesondere bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum). Leicht verderbliches mit Verbrauchsdatum rechtzeitig nutzen oder einfrieren.
Abfall vermeiden – 7 Profi-Tipps
1) Klein anfangen: Erst Basisprodukte unverpackt beschaffen.
2) Testmengen: Neue Sorten in 100–200 g probieren.
3) Glasgrößen matchen: Häufige Produkte in passender Gefäßgröße lagern.
4) Mahlzeiten koppeln: Zutaten so planen, dass alles aufgebraucht wird.
5) Mit Snack-Glas einkaufen: Weniger Spontankäufe bei Hunger.
6) Wochenritual: Einmal pro Woche Vorräte sichten und nachfüllen.
7) Gratis-Gläser nutzen: Spontan-Einkauf ohne Einweg.
Einsteiger-Set: Deine minimalistische Unverpackt-Ausrüstung
- 2–3 große Schraubgläser (1 l)
- 3–4 mittlere Gläser (500 ml)
- 2 kleine Gewürzgläser
- 2 Baumwoll-/Leinbeutel (Brot/Obst/Gemüse)
- 1 Trinkflasche/Ölflasche mit dichtem Verschluss
- Abwaschbares Etikettenband + Marker
FAQ: Häufige Fragen kurz beantwortet
- Kann ich ohne Behälter einkaufen? Ja – nutze die Gratis-Gläser im Laden.
- Ist unverpackt teurer? Du zahlst nur den Inhalt; oft sparst du, weil du Übermengen und Verpackung vermeidest.
- Wie transportiere ich sicher? Kiste, Wraps oder Handtücher zwischen Gläsern dämpfen Stöße.
Checkliste für deinen nächsten plastikfreien Einkauf
- Einkaufsplan und Liste erstellt
- Vorräte geprüft (FIFO)
- Saubere Behälter eingepackt
- Notizstift/Etiketten dabei
- Snack/Wasser eingepackt (gegen Heißhunger)
- Gratis-Gläser im Laden im Blick, falls spontan
Mit dem einfachen Prinzip „wiegen – befüllen – bezahlen“ und der Option auf Gratis-Gläser ist der Start ins unverpackte, plastikfreie Einkaufen unkompliziert. Du kaufst bedarfsgerecht, reduzierst Müll und machst nachhaltige Vorratshaltung alltagstauglich – Schritt für Schritt.
Quellenangaben: Instagram · rutanatur, YouTube · Sophias vegane Welt, LErn BW, Thore Hildebrandt, Instagram · unpackbar_laden, BOKU University, Kochkarussell, BMLEH
